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Normalerweise ist es ja nicht unbedingt ratsam, in die Fußstapfen berühmter Verbrecher zu treten. Manchmal jedoch lohnt es sich – zum Beispiel im bergigen Hinterland von Málaga. Nicht weit entfernt von den Stränden der Costa del Sol trieben hier einst Spaniens berühmteste Straßenräuber, die Bandoleros, ihr Unwesen. Eine Fahrt durch das andalusische „Räubergebirge“ bei Ronda führt die Besucher durch tiefe Schluchten, Steineichenwälder, endlose Olivenhaine – und zu einigen der schönsten weißen Dörfer Südspaniens. Heute sind es vor allem die engen Kurven der Gebirgspässe und die Schafsherden auf der Straße, die das Herz des Reisenden schneller schlagen lassen. Früher dagegen war eine Reise durch das Hinterland von Málaga ein gefährliches Abenteuer. Man solle vorsichtshalber immer ausreichend Bares bei sich haben, um die Räuber zu besänftigen, riet der US-Reiseschriftsteller Richard Ford seinen Lesern in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er wusste, wie gefährlich die verruchten Bandoleros waren. Auf der anderen Seite faszinierte ihn wie viele Schriftsteller und Abenteurer seiner Zeit das aufregende Leben der Räuber, die sich im unzugänglichen Gebirge bei Ronda versteckten. Unzählige Geschichten und Legenden verklärten die Erinnerung an die Bandoleros, die zu Volkshelden aufstiegen und nach denen heute Plätze, Hotels, Restaurants und Straßen in den Dörfern benannt sind. Die Obrigkeit, Kaufleute und betuchte Reisende sahen in ihnen Mörder und Wegelagerer. Für die verarmte Bevölkerung Andalusiens waren einige der Bandoleros aber wahre Freiheitskämpfer. Sie galten als Rebellen gegen die sozialen Unterschiede und als Wohltäter, die die Reichen beraubten und ihre Beute mit den Armen teilten. Einer dieser spanischen Robin Hoods war José María Hinojosa, alias „El Tempranillo“. „Er war zweifellos einer der berühmtesten Bandoleros aller Zeiten und hatte Klasse. Er soll den Damen ihre Ringe stets mit einem Handkuss und dem Kompliment abgenommen haben, eine solch schöne Hand bedürfe keines Schmucks“, sagt Jesús Almazán González, der Direktor des Bandolero-Museums in Ronda. Mit Waffen, historischen Bildern, Münzen, Kleidungsstücken und persönlichen Gegenständen der Banditen stellt das Museum das Leben von Bandoleros wie dem grausamen „Barbarán“ oder dem gefürchteten „El Bizco“ dar.
Der König unter den Straßenräubern aber war El
Tempranillo, der von sich sagte: „In Spanien
herrscht der König, doch das Gebirge regiere ich.“
In den Dörfern rund um Ronda war sein Wort
Gesetz. Wer auf den Spuren von „El Tempranillo“
durch das Gebirge zieht, kommt durch weiße
Dörfer wie Casares, Gaucín oder Setenil, dessen
in die Felswände gebauten Häuser an kleine
Räuberhöhlen erinnern. Besonders aktiv war „El
Tempranillo“ auf den Gebirgsstraßen des heutigen
Grazalema-Nationalparks, wo die schroffen
Felsabhänge und schmalen Pässe die Überfälle
erleichterten. Heute jagen höchstens wilde
Bergziegen den Reisenden einen Schrecken ein.
Es wird ein Rundgang durch 4 verschiedene Räume angeboten:
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Museums Bandolero, C/Armiñan, 65 - 29400 - Ronda (Málaga) SPAIN - Telf: 952877785
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